menschliche Kreativität Kontra Maschine

nach vielen Jahren intensiver Beschäftigung mit dem Computerschach, möchte ich in diesem Artikel der Frage nachgehen wie es möglich ist das menschliche Intuition

und künstlerische Schaffenskraft auf den 64 Feldern trotz künstlicher Intelligenz den Menschen in so manchen Partien immer noch überlegen macht.

Durch die Intuition wird der Schachspieler in die Lage versetzt gemäß der aktuellen Stellung oder Position „richtig zu handeln ohne zu wissen was zu tun ist“

wie funktioniert das eigentlich? bei der Intuition die sich oft durch ein bestimmtes auch so genanntes Bauchgefühl äußert handelt geht es um das rein gefühlsmäßige erfassen einer bestimmten Postition auf dem Brett. Durch eingehende Beschäftigung mit diesem Thema weiß ich das die Intuition vom Gefühl gelenkt wird und keinen logischen Denkmustern oder Aspekten folgt. Menschen die Astrologisch gesehen im Wasserzeichen geboren sind, wie Fische, Krebs und – etwas abgeschwächt auch Skorpion – haben in der Regel einen besonderen Zugang zu ihrer Intuition.

Ich bin am 21.07 geboren und somit als Krebs auch ziemlich intuitiv. Nach über 600 Computerpartien mit klassischer Bedenkzeit gegen Engines habe ich zahlreiche Partien durch meine Intuition für mich entschieden. Ich gebe hier am Ende des Beitrages eines meiner jüngsten Beispiele. Der große Vorteil dabei ist, das man durch dieses „innere Wissen“ wie ich es oft nenne gerade in komplizierten und schwierig zu berechnenden Stellungen einfach in Sekundenschnelle den richtigen Zug sieht und eben dieser Zug der einem mehr oder weniger nach kurzem Blick in den Sinn kommt oft der Richtige ist. Das funktioniert auch im Alltagsleben wo wir scheinbar einfach wissen wer uns gerade anruft ohne das wir es eigentlich wissen dürften. Oder das der Zug Verspätung haben wird, und so ist es dann auch. Man könnte dafür noch viele Beispiele nennen wo wir Zugang zu unserer Intuition haben. Schachspieler die sehr intuitiv spielen brauchen oft weitaus weniger Bedenkzeit als Schachpieler die überwiegend nach logischen Kriterien spielen. Woher weiß also unser Gehirn innerhalb weniger Sekunden welcher Zug der beste ist während Engines Minuten oder gar Stunden dran rechnen müssen? in vielen meiner Partien rechneten selbst Topengines wie Fritz, Hiarcs oder Junior teiweise überhaupt nicht mit wie sich oft später rausstellte bereits Partie entscheidenden Zügen die aus der Intuition geboren wurden. Garnicht einmal unbedingt weil Sie außerhalb des Rechenhorizonts waren, sondern wie ich annehme einfach zu menschlich waren. Forscher haben herausgefunden das während dem intuitiven Erfassen von Dingen im Menschen eine bestimmte Substanz im Blut frei wird die dem Adrenalin gleicht. Das würde auch das bestimmte Körpergefühl während der Intuition erklären das nicht selten auch mit einem leicht erhöhten Puls einhergeht.

Möglicherweise ist dieses „Vorausahnen“ von Dingen noch ein Überbleibsel aus grauer Vorzeit wo die ersten Menschen durch das Althirn viel weniger denken konnten oder in der Lage waren komplexe logische Strukturen zu erfassen, weil der Intellekt noch nicht so ausgeprägt war als bei unserem modernem Gehirn heutzutage. Da war das Leben dieser unserer alten Vorfahren noch vom blitzschnellen Erfassen und intuitivem Erkennen von Dingen bestimmt. Alleine schon durch den täglichen Überlebenskampf. Mit fortschreitender Entwicklung des logischen Denkens und der Intelligenz beim modernen Menschen ist uns diese schöpferische Intuition weitestgehend verloren gegangen.

So, nun zur angekündigten Partie gegen Shredder Mobil auf meinem Galay S7 Android 8.0 Oresto. Shredder rechnete bei der Hardware durchschnittlich 16-18HZ tief. Shredder kommt nach einschlägigen Tests auf etwa 2.650 Elo

15.Ke2, bzw. das Qualitätsopfer hatte ich sofort gesehen, und dann um sicher zu gehen noch einige Züge tief vorausgerechnet, Shredder hatte diese Antwort überhaupt nicht gesehen und nur mit Dc2 gerechnet. Einige Engines spielen diesen Zug überhaupt nicht. Andere brauchen zwischen 5-90 sec. (Komodo immerhin knapp 30s.)

 

[Event „Thema“]
[Site „Shredder Android“]
[Date „2018.07.20“]
[Round „?“]
[White „Shredder S7“]
[Black „A.S“]
[Result „1-0“]
[ECO „D06“]
[PlyCount „63“]
[EventDate „2018.??.??“]

1. d4 d5 2. Nf3 Nf6 3. c4 c5 4. cxd5 cxd4 5. Nxd4 Nxd5 6. e4 Nb4 7. Bb5+ Bd7 8.
Bc4 e5 9. Nf3 Qc7 10. Qb3 Bg4 11. Be3 N8c6 12. Nc3 Na5 13. Bb5+ (13. Bxf7+ Qxf7
14. Qxf7+ Kxf7 15. Nxe5+ Ke6 16. Nxg4 Nc2+) 13… Bd7 14. Qa4 Nc2+
15. Ke2!! 3 {Intuition!} (15. Qxc2 Bxb5 16. a3! 1 Rc8 17. Rc1+= 14 {bleibt weiß
zwar auch im Vorteil, jedoch nicht so klar wie einige Züge später nach Ke2})
15… Nxa1 16. Bxd7+ Qxd7 17. Qxa5 Nc2 18. Rd1 Qc6 19. Qxe5+ Qe6 20. Qb5+ Qc6
21. Qb3! {bis dahin hatte ich nach Ke2 noch gerechnet und mich klar im Vorteil
gesehen.} Qa6+ 22. Rd3  Nb4 23. Ne5 Qe6 24. Qa4+ Nc6 25. Nxc6 bxc6 26. Nb5!
{äußerst interessant ist, das sämtliche Züge bis hierher irgendwie forciert sind.}

Rc8 27. Nxa7 Be7 28. Nxc8 Qxc8 29. Qa7 1 (29. Rc3 O-O 30. Rxc6
Qb8 31. g3 Qxb2+ {hätte auch gewonnen.}) 29… h6 30. f3 g5 31. Rb3 Bd8 32.
Bc5 (32. Rb8 Qd7 33. Qa8 f5 34. Bb6) 1-0

hier muß ich dazu sagen das es mir nicht oft gelingt gegen Shredder schon im 25. Zug

auf Gewinn zu stehen.

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